Rezension – Er & Sie – Marc Levy

Titel: Er & Sie – Eine Liebe in Paris
Autor: Marc Levy
Verlag: Blanvalet
Genre: Roman
Seitenanzahl: 324 + Leseprobe „Solange du da bist“
Preis: € 14,99 [D]€ 15,50 [A]
ISBN: 978-3-7645-0594-3
Übersetzung aus dem Französischen:  Amelie Thoma


klappentextSie ist Schauspielerin. Er ist Schriftsteller. Sie heißt Mia. Er heißt Paul. Sie ist eine Engländerin aus London. Er ist ein Amerikaner aus Los Angeles. Sie versteckt sich in Montmartre. Er lebt im Marais. Sie hat sehr viel Erfolg. Er nicht wirklich. Mia ist sogar ein weltweit gefeierter Star, aber Paul hat noch nie von ihr gehört, weil er in seiner ganz eigenen Bücherwelt lebt. Beide fühlen sich einsam, bis sie sich eines Tages in einem kleinen Restaurant begegnen. Obwohl Paul sie zum Lachen bringt und er Mias Ungeschicklichkeit unwiderstehlich findet, wissen beide, dass sie sich nicht verlieben dürfen …


meinemeinungIch hatte mal wieder Lust, eine locker flockige Liebesgeschichte zu lesen. Ohne viel Drama. Und da mich der Klappentext angesprochen hat (Hallo, ein Autor!), wollte ich das Buch lesen. Soweit ich weiß, hat Marc Levy schon viele Bücher veröffentlicht, dieses war jedoch mein erstes von ihm.

Die Geschichte beginnt mit Mia, der Schauspielerin. Wir erfahren, dass ihre Ehe nicht so gut läuft. Da jedoch bald ein Film erscheint, in welchem sie und ihr Mann die Hauptrollen spielen, dürfen die Probleme nicht an die Öffentlichkeit kommen. Ein glückliches Ehepaar zieht wohl mehr Publikum an. Als ihr Mann dann nochmal etwas macht, das Mia nicht passt, entschließt sie ihre Freundin Daisy in Paris zu besuchen und sich eine Auszeit von allem zu nehmen. Mia war mir manchmal sympathisch, oft aber nicht so sehr. Sie ist nicht ehrlich zu ihrer besten Freundin (und meiner Meinung nach gab es keinen Grund zu lügen), raucht zu Beginn sehr viel und gibt ein Versprechen, das sie erst in letzter Minute wahr macht. Obwohl sie eine bekannte Schauspielerin ist, ist sie aber ziemlich bodenständig, was ich an ihr mochte.

Dann ist da noch Paul, der Schriftsteller. Weil ihm sein plötzlicher Erfolg zu viel wurde, ist er nach Paris gegangen. Wegen einer schlimmen Flugangst hat er sich auch nicht so schnell wieder getraut, zurück nach Amerika zu gehen. Seine Bücher sind nicht so der Renner in Frankreich, jedoch in Korea. Paul mochte ich sehr. Er ist auf liebe Weise verrückt und auf seine Art sympathisch. Außerdem liebt er Bücher.

Die Geschichte plätschert so vor sich hin. Bis zum Ende gibt es nicht viele Überraschungen und kein Drama. Das habe ich auch nicht erwartet. Das Buch auch an manchen Stellen humorvoll, auf mich hat es leider oft gezwungen gewirkt. Ich hoffte auch auf mehr romantische Momente, so wie der Titel es verspricht, aber leider war davon nichts zu spüren. Und das Ende war für mich dann überdramatisiert, es hat nicht zum Rest des Buches gepasst. Spannung war meiner Meinung nach nicht vorhanden. Ich würde das Buch auch nicht wirklich den Liebesgeschichten zuordnen. Zunächst steht eine Freundschaft im Vordergrund.

Ein großes Problem hatte ich dann noch mit dem Schreibstil. Er ist wirklich sehr, sehr einfach gehalten. Viele Seiten bestehen nur aus Dialogen, ohne jegliche Beschreibungen. Ich fand das sehr langweilig zu lesen. Amüsant fand ich dann dieses Zitat:

„Vielleicht sollten wir das Lokal beschreiben? Wie viele Seiten könnten wir damit füllen?“ „Zwei, drei Details genügen, um die Szenerie und die Atmosphäre zu skizzieren, mehr langweilt den Leser nur.“ (S. 114)

Ich sehe das ganz anders. Auch ich brauche keine seitenweise Beschreibungen, aber wenigstens ein paar Details. Also etwas Mühe kann man sich bei Beschreibungen schon geben. In welcher Tonlage sagt der Gesprächspartner etwas? Wie wirkt er dabei? Lächelnd? Weinend? Wütend? Solche Details haben mir leider sehr oft gefehlt.

Leider waren aus diesem Grund auch die Charaktere nicht sehr tiefgründig. Es wurde nicht genau beschrieben, wie sie sich fühlen und was sie denken. Sie werden mir keinesfalls in Erinnerung bleiben.

An sich gefällt mir die Grundidee des Buches und ich musste mich auch nicht durch das Buch quälen. Es ist ein schönes Buch für Zwischendurch, aber man muss es nicht gelesen haben. Man hätte aus der Geschichte viel mehr machen können.


FAZITEr & Sie ist ein Buch von dem ich etwas Anderes erwartet habe. Ich habe auf mehr Romantik und Liebe gehofft. Diese war zwar da, aber eher unterschwellig. Leider hat mich der Schreibstil auch sehr gelangweilt. Das Buch kann man lesen, muss man aber nicht.


9 Gedanken zu „Rezension – Er & Sie – Marc Levy

  1. Von Mark Levy habe ich schon mal ein Buch gelesen, es gefiel mir ganz gut und wurde auch verfilmt. Mit fällt nur jetzt der Titel nicht ein. vielleicht Solange du da bist?
    Ich bin generell nicht so der Fan von Lovestories, aber ab und zu mal etwas Entspannung beim lesen ist ja nicht schlecht, doch dieses Buch scheint nicht das richtige für mich zu sein.
    Danke für deine Einschätzung dazu.
    Viele Grüße
    Silvia #litnetzwerk

  2. Hi 🙂
    Ich hatte das Buch jetzt schon öfter in der Hand, aber nach deiner Rezension fliegt es von der Wunschliste. Ich mag es auch nicht, wenn nur gesprochen wird und einfach nichts nebenbei beschrieben wird. Danke für diese tolle Rezension!
    Liebste Grüße
    Ellen

  3. Ich sehe das total anders.
    Ich finde das Buch genial!!!!! Um Gefühl zu erzeugen nimmt Marc Levy nie die Emotionskeule, die hier offensichtlich manche Leute brauchen. Emotionen entstehen bei ihm zwischen den Zeilen und ich empfinde es als leises Buch, das viel zu sagen hat mit dem gelungenen Einsatz von Humor! Lesenswert!

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