Rezension – Muss es denn gleich für immer sein – Sophie Kinsella

Rezension – Muss es denn gleich für immer sein – Sophie Kinsella

Manchmal lese ich ganz gerne Unterhaltungsromane und greife dann auf die Bücher von Sophie Kinsella zurück. Auf dieses Buch habe mich gefreut, da es um Charaktere geht, die schon länger in einer Beziehung sind und sich nicht erst finden. Bisher haben sie mir Kinsellas Bücher auch eigentlich immer sehr gut gefallen, aber mit Muss es denn gleich für immer sein habe ich mir wirklich schwer getan.

Meine Meinung

Eigentlich ist alles wie meist in den Kinsella Büchern. Der Leser hat es hier mit einer typischen Kinsella-Protagonistin zu tun. Sylvie ist wenig naiv und tollpatschig, aber auf besondere Art liebenswert.

Zu Beginn war alles okay. Sylvie und Dan erfahren, dass sie sehr alt werden, da sie so gesund sind und das macht ihnen plötzlich Angst, denn das bedeutet, dass sie noch über 60 Jahre zusammen bleiben werden. Wie soll man so viel Zeit überstehen, ohne einander langweilig zu werden? Sylvie hat die Idee, sie werden sich gegenseitig überraschen!

So soll der Inhalt sein. Da frage ich mich zuerst, warum sie so überrascht sind, denn sie haben ja geheiratet, weil sie zusammen bleiben wollen. So viele Überraschungen kommen dann auch gar nicht vor, denn die Geschichte entwickelt sich dann anders.

Es gibt noch einen zweiten Handlungsstrang. Sylvie arbeitet in einem Museum, das nicht mehr gut läuft und die Besitzerin weigert sich, mit den Trends zu gehen und möchte alles altmodisch lassen. Sylvie versucht auch nebenbei, das Museum zu retten. Diese Handlung hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, denn sie trägt nicht viel zur Geschichte bei.

Während sich Sylvie also für Dan Überraschungen überlegt, verhält dieser sich immer merkwürdiger und Sylvie geht davon aus, dass er sie satt hat und eine Affäre hat. 

Hier ist der springende Punkt. Sie redet nicht mit ihm darüber. Man hätte in diesem Buch so viele Probleme lösen können, indem die Protagonisten einfach mal über ihre Gedanken gesprochen hätten. Sylvie will doch, dass ihre Beziehung gerettet wird, dann sollte sie ihn mit ihren Sorgen auch konfrontieren. Das hat mich als Leser so aufgeregt. Klar, ohne diese Gespräche wird es vielleicht spannender und unterhaltsamer. Probleme werden künstlich erzeugt, was ich beim Lesen als sehr anstrengend empfand.

Was mich noch gestört hat, ist die beinahe krankhafte Vernarrtheit von Sylvie zu ihrem Vater, der vor ein paar Jahren gestorben ist. Es sollte vielleicht traurig wirken, mich hat es sehr aufgeregt. Das spielt später zwar noch eine wichtige Rolle, aber es ist seltsam, wie er von allen verehrt wird. Zum Beispiel sei auuch sein Zwinkern sei so besonders. What? Und das schlimmste: Sylvie nennt ihn die ganze Zeit Daddy. Und die Mutter Mummy. Seitenlang las ich dann nur noch Daddy und Mummy und hab oft vergessen, dass Sylvie nicht 5 Jahre alt ist. Mich hat das beim Lesefluss  sehr gestört, aber das könnten andere natürlich anders empfinden.

Meiner Meinung nach hätten im Buch die Hälfte der Seiten weggelassen werden können, ohne dass es der Story geschadet hätte. Das Ende ist dann sehr dramatisch und nicht passend zum Rest der Story. Die Geschichte hat ihre lustigen Momente, aber das konnte für mich nicht die langatmigen Stellen ausloten. Für mich ist es leider keine typische Kinsella-Lektüre.

Fazit

Alles in allem war Muss es denn gleich für immer sein für mich eine Enttäuschung. Zu viel Drama, zu wenig Witz und eine nervige Protagonistin.

Ich danke dem Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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