Rezension – Schuldig – Kanae Minato

Rezension – Schuldig – Kanae Minato

Letztes Jahr habe ich Geständnisse von Minae Kinato gelesen und war sehr begeistert. Deshalb habe ich mich natürlich auch sehr auf ihr neues Buch Schuldig gefreut.


Inhalt – Schuldig – Kanae Minato

Fünf Studenten aus Tokio wollen in einem abgelegenen Dorf zusammen ein paar Ferientage verbringen. Einer von ihnen, Hirosawa, kommt bei einem Autounfall auf einer kurvenreichen Bergstraße ums Leben. Drei Jahre später holt das schreckliche Ereignis die ehemaligen Studienkollegen ein. Sie erhalten anonyme Briefe, in denen sie des Mordes an ihrem Freund beschuldigt werden. Raffiniert erzählt die japanische Erfolgsautorin Kanae Minato von den zahlreichen Verkettungen, die zu dem tödlichen Unfall geführt haben, lockt den Leser gekonnt auf falsche Fährten, bis schließlich die tragische Wahrheit ans Licht kommt.

Meine Meinung

Nachdem mir Geständnisse so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch Schuldig lesen. Und der Klappentext hat mich wieder auf eine böse, gut durchdachte und schockierende Geschichte hoffen lassen. Schnell habe ich gemerkt, dass dieses Buch anders sein wird und das bedeutet ja an sich nichts Schlechtes.

Dass Minatos Schreibstil besonders ist, hatte ich schon bei Geständnisse gemerkt. Dieses Buch ist nochmals anders aufgebaut und besteht nicht aus so vielen Monologen wie Geständnisse. Es gibt Kapitel aus der Vergangenheit und der Gegenwart, sodass man als Leser immer mehr Hinweise darauf bekommt, was damals wirklich passiert ist.

Ich finde es sehr interessant, Bücher aus Asien zu lesen. Meiner Meinung nach kann man an Schuldig gut erkennen, dass die Kultur dort in Japan eine ganz andere ist, besonders die gesellschaftlichen Konstrukte. Für mich waren diese aber nicht immer verständlich.

Fukase, der Protagonist des Buches, hat manchmal Gedanken, die ich so gar nicht nachvollziehen konnte. Er war sehr ruhig, wollte nicht auffallen und ich muss gestehen, das hat mich manchmal echt genervt. Ich wollte ihn schütteln, damit er endlich mal in die Gänge kommt. Er hat starke Minderwertigkeitskomplexe und ich fand es sehr anstrengend, seine Gedanken zu lesen. Und das Buch ist wie sein Protagonist: ruhig, bedächtig und… langweilig.

Die Geschichte ist sehr ruhig und langatmig. Ich war den Großteil des Buches wirklich gelangweilt, da einfach nichts passiert ist. Sehr viel wurde über Kaffee gesprochen und das war noch das Spannendste. Erst auf den letzten Seiten ist mehr passiert und es ging so richtig darum herauszufinden, wer nun die Rachebriefe geschrieben hat und was es mit Hirosawas Tod auf sich hat. Dann unternimmt Fukase auch mal etwas und sitzt nicht nur im Restaurant und trinkt Kaffee. Mir war der Spannungsbogen viel zu niedrig.

Ich konnte leider mit keinem Charakter sympathisieren oder mich hineinversetzen. Von den Nebencharakteren hat man sowieso nicht allzu viel erfahren, für mich waren sie sehr oberflächlich beschrieben.

Fazit

Ich bin leider wirklich enttäuscht von Schuldig. Es gibt eine große Wendung in dem Buch, aber die konnte leider auch nichts mehr an meinem Fazit ändern. Nach Geständnisse hat Kanae Minato mit ihrem neuen Buch mehr Drama als Thriller geschrieben. Leider konnte sie mich damit nicht überzeugen.

Allgemeine Informationen

Titel: Schuldig
Autorin: Kanae Minato
Verlag: C.Bertelsmann
Übersetzerin: Sabine Mangold
Seitenanzahl: 318

Ich danke dem C.Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

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